Ein paar Zeilen einer ganz einfachen Frau und Mutter….

 

Was darf ich nun tun, darf ich mein erlebtes teilen, wenn schon so viel in diesen Welten hier herumschwirrt. Zurückhaltung, bei sich bleiben, Selbstreflektion ….  Ja, das lebe ich nun schon so lange, ziehe mich immer wieder zurück, bin mit 20 Jahren aus einem Leben im Außen in wahre Zurückhaltung gegangen, Mutter sein war für mich der Weg, da sein für die Kinder, da sein für Mann, Haus, Hof und Hund. Das Ansehen der Gesellschaft leuchtet nur aus einem sehr bewertenden und unverstandenen Blickwinkel auf mich.

 

Dazugehörigkeit zu den Damen aus der Berufs- und Erfolgswelt gab es nicht, stattessen begab ich mich auf Rückzug, Isolation, schottete mich ab. Das Pflänzlein der Hoffnung um Verständnis von außen vertrocknete und mit der Zeit erkannte ich das ich das nicht nähren brauche, sondern, bei mir bleiben, vertrauen das es der richtige Weg ist für mich.

 

Die Kinder, das Zuhause zeigte mir aber langsam das die Richtung stimmt. Ja ich ging durch, Einsamkeit aus ihr wurde aber Verbundenheit mit mir und es entstanden Wurzeln, ein Fundament. Ja mir wurden meine Kinder oft zu viel, doch daraus ebnete sich der Weg in meine Kindheit, erkannte das Kinder nur aufzeigen was in mir ist. Wir brauchten keine Aktivitäten von außen, keine Unterhaltung, die Natur schulte die Feinmotorik der Kinder und auch das Immunsystem. War die Schule oft nur da, um das Leuchten des Wertes zu mindern, so zeigte sich, das  da Wissen da ist was in der Natur vorhanden ist, vor dem sich andere Kinder fürchteten es zu berühren.  Ein Gemüsebeet zu bepflanzen war Alltag, schmutzig am Abend ins Haus zu kommen auch. Kein verplanter Nachmittag, keine überstülpen meiner zerflossenen Träumen, kein in eine Schiene zwingen, statt dessen Selbstbeschäftigung und Bereitstellung von Spielsachen die es nicht zu kaufen gibt.

 

Naiv wurde mir oft erklärt sei ich, weit weg von der Realität, Faul weil ich nicht täglich zur Arbeit ginge. Natürlich zweifelte ich, hielt diesen Stürmen nicht immer stand, aber ich wusste tief in mir ist es der richtige Weg für MICH. Bei all dem festigte sich die Geduld, auch wenn ich oft mit dem Kopf durch die Wand wollte.  Und jetzt…. weiß ich wie es vielen geht, welche Stadien sich melden, welch Emotionen sich Wege suchen, um aus den Tiefen aufzusteigen…. Ich habe Tage gehadert dies mitzuteilen, aber warum nicht? Tun es doch viele gerade, die  eben noch dieses Höher, Weiter, Schneller gelebt haben, quer durch die Welt gereist sind und nun wissen was es jetzt braucht, was zu leben ist. Warum soll ich dann still sein? Hab immer abgewogen was gesagt werden darf, hab Worte weise gewählt, Texte gelöscht, weil sie zu direkt waren, meinte ich. Doch jetzt schubbst mich irgendetwas an, dies hier nun zu schreiben. Ich will hier nicht belehren, ich möchte mich nur mitteilen was meiner Erfahrungen sind, vielleicht braucht diese Zeilen gerade wer, und wenn es nur einer ist, dann hat es sich gelohnt. 

 

 

Ich frage mich auch gerade so vieles wie z.B. warum hat so viel Oberflächlichkeit Platz in dieser Welt gehabt, warum bekommen wir Kinder und erwarten das andere sie betreuen? Warum haben wir eine Mutter, die sich um ihre Kinder kümmert, als mittelalterlich bezeichnet? Kann ich jetzt aus dieser Feststellung/ Beurteilung die jetzige Situation verändern?

 

 

All die Erniedrigungen waren es wert durchzuhalten, sowie das nicht dazu gehören in diese nun bröckelnde oberflächlichen Welt. Was bringt mir nun ein Louis Vuitton Tasche in meinen Kleiderschrank? Ich freue mich, wenn sie jemand mit Freude trägt, doch wenn sie rein Nahrung für das Ego ist und jegliche soziale Kompetenz und Herzenswärme fehlt ist das kaum ein Segen für diese Welt.

 

 

Ich wünsche mir für diese Welt, möge all der Reichtum der in den Schränken, in den Häusern, …. liegt, sich nun auch in der Menschlichkeit, der inneren Weisheit, der Herzenswärme anhäufen. Mögen bedingungslose Liebe, Sanftmut, Mitgefühl die Samen sein, die in diesem Frühling 2020 gepflanzt werden und

 

möge es das letzte Erinnern sein, das wir Menschen brauchen….

 

 

 Von Frau zu Frau, von Mutter zu Mutter, von Herz zu Herz  – Marianne